Durchgängiges Engineering optimiert die Produktentwicklung und -fertigung

Übersicht

Durchgängiges Engineering durch lückenlose Datenweitergabe  

Durchgängiges Engineering durch lückenlose Datenweitergabe

  • Produkte werden mit verschiedenen Engineering-Werkzeugen entwickelt, die für unterschiedliche Aufgaben optimiert sind. Daher sprechen die Tools ihre eigene Sprache, sind untereinander nicht kompatibel und lediglich durch wenige Schnittstellen miteinander verbunden.
  • Während des Engineering-Prozesses entsteht also erheblicher Aufwand, um die Daten aus einem in das andere Format zu überführen.

Anwendung

Schnittstellen nur in eine Richtung  

Schnittstellen nur in eine Richtung

Beim Engineering eines Schaltschranks ist die Reihenfolge der Werkzeuge nicht explizit vorgegeben. So wird beispielsweise zunächst der Schaltplan mit dem jeweiligen Tool erstellt, das eine Schnittstelle zu den Produkt-Konfiguratoren der elektronischen Komponenten umfasst.

Aus dem Schaltplan leitet sich dann eine konfektionierte Klemmenleiste ab, die der Planung des Montageaufbaus zur Verfügung gestellt werden muss. Der Montageaufbau fungiert wiederum als Grundlage für das Verdrahtungskonzept. Schnittstellen für derartige Engineering-Ketten liegen heute bereits vor, allerdings meist nur in eine Richtung. Selbst kleinere Änderungen führen zu erheblicher Nacharbeit. Existieren die Schnittstellen nicht, müssen die Projektdaten oftmals umständlich konvertiert oder sogar manuell übertragen werden. Auf dem Weg durch die verschiedenen Engineering-Werkzeuge können zudem Daten verloren gehen.

Lösung

Ein Datenformat für alle Engineering-Werkzeuge  

Ein Datenformat für alle Engineering-Werkzeuge

Mit AutomationML ist ein XML-basiertes Austauschformat für Engineering-Daten geschaffen worden, das andere Datenformate kombiniert. Auf der Grundlage einer präzisen Artikelbeschreibung können intelligente technische Systeme selbständig die Fertigungsstationen identifizieren, die zur Herstellung des Artikels notwendig sind.

AutomationML verfolgt den Ansatz, dass sämtliche Engineering-Werkzeuge mit den gleichen Dateien arbeiten. Jedes Tool liest und schreibt dabei lediglich in den Teil, der für es selbst relevant ist. Damit alle Werkzeuge ein gemeinsames Verständnis von den in den Dateien beschriebenen Aspekten haben, enthält AutomationML so genannte Rollenklassen-Bibliotheken. Sämtliche Objekte im Datenaustausch-Format müssen auf eine Rollenklasse verweisen, sodass die Bedeutung für dieses Objekt für alle Engineering-Tools eindeutig ist.

Hier kommt eCl@ss ins Spiel. Der international branchenübergreifende Leistungs- und Produktdaten-Standard dient der Klassifizierung und eindeutigen Beschreibung von Produkten und Dienstleistungen. Er deckt mit seinen rund 39.000 Produktklassen und 16.000 Merkmalen einen Großteil der gehandelten Waren und Dienstleistungen ab. Die erforderlichen Strukturen für die Abbildung der Daten in den ECAD-Tools werden systemunabhängig definiert.

Durch Verwendung von eCl@ss können neben den CAE-spezifischen Stammdaten des Artikels unter anderem auch die benötigten Verkabelungsinformationen definiert werden, die für das automatische Routen der Leitungen im Schaltschrank notwendig sind. Die Gerätehersteller müssen also nicht mehr viele unterschiedliche Austauschformate unterstützen, um ihre Daten in den jeweiligen Zielformaten der Anwender abbilden zu können.

Fazit

Ein durchgängiges Engineering ist der Schlüssel zu einer effizienten Produktentwicklung. Dazu bedarf es eines Verbunds von Engineering-Werkzeugen, die über Schnittstellen sowie gemeinsame Datenformate und -quellen zusammenarbeiten können. Durch die Nutzung und Kombination solch standardisierter Formate wie AutomationML und eCl@ss lässt sich das Ergebnis des durchgängigen Engineering – die digitale Produktbeschreibung – sogar in der Fertigung einsetzen.

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