MAN errichtet in Rekordzeit Montagewerk bei Krakau

Übersicht

Letzte Qualitätsprüfung am Band-Ende  

Qualitätsprüfung bei MAN

2007 wurde das neue Montagewerk der MAN Nutzfahrzeuge-Gruppe im polnischen Niepolomice bei Krakau eröffnet – schwere LKW mit einem Gewicht von mehr als 16 Tonnen werden hier gefertigt. Erstmalig setzt MAN in Niepolomice in allen Produktionsbereichen Netzwerk- und Steuerungstechnik sowie I/O-Systeme von Phoenix Contact ein.

Auf dem 142 Hektar großen Gelände hat der international führende LKW-Hersteller in kürzester Zeit eines der modernsten Montagewerke mit einer Grundfläche von rund 250.000 Quadratmetern errichtet – 78.000 Quadratmeter sind überdacht. Baubeginn war im Herbst 2005, und bereits Mitte 2007 rollten die ersten Fahrzeuge vom Band.

Das Werk wurde so ausgelegt, dass in einer Schicht und mit 650 Mitarbeitern 15.000 LKW pro Jahr gefertigt werden. „Diese Zahl wird in 2009 bereits übertroffen“, erläutert Dr. Carsten Intra, Leiter der Geschäftseinheit Schwere LKW. Um ein Projekt dieser Größenordnung schnell und reibungslos umsetzen zu können, wurde ein im Münchner Werk erprobter Automatisierungsstandard eingesetzt und weiterentwickelt.

Applikation

Vor Baubeginn des polnischen Werks legte ein achtköpfiges Planer-Team, das von den Münchner MAN-Instandhaltungsplanern Peter Gutjahr und dessen Stellvertreter Alexander Röhrl geleitet wurde, die wesentlichen Anforderungen an das Automatisierungskonzept fest. Alle für die Produktion relevanten Daten sollten über ein Netzwerk aus der bayrischen Zentrale an die einzelnen Produktionsstände in Polen übermittelt werden.

Um eine durchgängige und schnelle Kommunikation über sämtliche Unternehmensebenen sowie zwischen den weltweit verteilten Produktionsstätten zu ermöglichen, musste die Automatisierungslösung auf offenen, international genormten Standards basieren. Darüber hinaus sollten sich alle Anlagenteile und Komponenten einfach in das Unternehmensnetzwerk integrieren und flexibel an geänderte Applikationsbedingungen anpassen lassen. Außerdem war ein umfassendes Diagnosekonzept gefordert, mit dem Stillstandszeiten auf ein Minimum reduziert werden können. Das Automatisierungssystem von Phoenix Contact erfüllt diese Anforderungen, denn es basiert auf dem Konzept der "IT-powered Automation".

Lösung

Über Steuerung mit EHB-Verbund kommunizieren  

Die Steuerung ILC 350 ETH-IB regelt die Kommunikation zum EHB-Verbund

Im weitläufigen polnischen Montagewerk müssen mehr als 100.000 Signale erfasst, Befehle weitergeleitet und Ströme überwacht werden, damit die Anlagen störungsfrei arbeiten. Zu diesem Zweck setzt MAN I/O-Systeme von Phoenix Contact in den Schutzarten IP20 und IP65/67 ein. Zur Montage im Schaltschrank wird das System Inline Modular verwendet.

Zuverlässige Funkkommunikation

Bluetooth zeichnet sich unter anderem durch eine stabile und zuverlässige Datenübertragung selbst bei widrigen Umgebungsbedingungen aus. Das Wireless-Protokoll lässt sich einfach in die Ethernet-Kommunikation integrieren, und es können viele lokale Bluetooth-Netzwerke parallel betrieben werden.

Hochkommunikative Steuerungstechnik

Wie bei den Elektrohängebahnen, kurz EHB, werden auch in den vier Arbeitsstationen der Rahmenmontage RFC 450 ETH-IB als Hauptsteuerung verwendet. In den beiden Vormontage-Stationen leitet je eine Inline-Steuerung ILC 200 IB die Daten via INTERBUS-System an die dezentrale Peripherie weiter.

Aus Umweltgesichtspunkten werden im polnischen MAN-Werk alle Chassis auf Wasserlack-Basis lackiert. Damit der Lackierprozess sicher abläuft, sind kürzeste Reaktionszeiten in der Steuerung erforderlich. RFC 450 ETH-IB regeln auch hier den Druck, das Heben, Senken und Fördern des Chassis sowie die Dosierung der Farbe, wobei die unterlagerten Systeme über INTERBUS angebunden sind.

Umfassende Diagnose

Mit dem integrierten Software-Tool Diag+ lassen sich alle Anlagenbereiche im polnischen MAN-Werk diagnostizieren. Anlagenbediener und Instandhalter erfahren nicht nur Fehlerort und -ursache, sie erhalten auch Hinweise zur Behebung der Störung. Neben der Erhöhung der Produktivität durch Minimierung von Stillstandszeiten dient dies der Erfüllung der hohen MAN-Qualitätsstandards.

Fazit

MAN setzt auf Automatisierungslösungen von Phoenix Contact  

MAN setzt auf Automatisierungslösungen von Phoenix Contact

Da das Automatisierungssystem von Phoenix Contact auf dem Konzept der "IT-powered Automation" basiert, sprachen sich die Verantwortlichen der MAN Nutzfahrzeuge-Gruppe einstimmig für die Automatisierungslösung aus.

"Neben einer hohen Produktivität haben wir großen Wert auf ein schnelles Ramping sowie die flexible Erweiterbarkeit der Anlagen gelegt", erläutert Peter Gutjahr, bei MAN Nutzfahrzeuge für die Planung und Instandhaltung verantwortlich. "Dies lässt sich nur durch die einfache Integration der Anlagenteile und Komponenten in das Produktionsnetzwerk sowie die durchgängige und schnelle Datenübertragung über sämtliche Unternehmensebenen und -standorte erreichen."

"Das Automatisierungssystem von Phoenix Contact verfügt über alle erforderlichen, international standardisierten Schnittstellen wie INTERBUS, Ethernet TCP/IP, Bluetooth oder OPC", ergänzt sein Stellvertreter Alexander Röhrl. "In Kombination mit der einfachen Handhabung und der hohen Leistungsfähigkeit der Hard- und Software hat dies Einsparungen im Engineering sowie eine schnelle Inbetriebnahme der Anlagen ermöglicht."

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