PROFINET-Profile

Die PROFINET-Profile regeln das Verhalten von Automatisierungsgeräten und -systemen in Bezug auf Eigenschaften wie Funktionale Sicherheit, Antriebstechnik und Energiemanagement. Die Profile werden in Arbeitskreisen von PROFIBUS und PROFINET International (PI) entwickelt, um die Offenheit, Interoperabilität und Austauschbarkeit der Geräte sicherzustellen.

PROFIsafe

PROFIsafe, das sichere Kommunikationsprofil für PROFINET

Beschreibung
PROFIsafe ist ein sicheres und zertifiziertes Kommunikationsprofil für Anwendungen der Funktionalen Sicherheit auf der Basis von PROFIBUS und PROFINET. PROFIsafe beschreibt eine sichere Datenkommunikation mit dem Ziel erhöhter Funktionalität in Anwendungen der Funktionalen Sicherheit.

Gleichzeitig wird der Aufwand bei der Installation reduziert und eine maximale Interoperabilität und Austauschbarkeit von Geräten mit Sicherheitsfunktionen ermöglicht.


Anwendung
PROFIsafe ist so konzipiert, dass die Standard-PROFINET-Netzinfrastruktur für die sichere Datenübertragung benutzt wird. So ist eine Koexistenz von sicherem und nicht sicherem Datenverkehr möglich. Das vereinfacht den Aufbau von Anlagen und reduziert Kosten. Auch eine Datenübertragung über WLAN ist möglich.

Das PROFIsafe-Protokoll kann für sicherheitsgerichtete Anwendungen bis SIL3 gemäß IEC 61508 bzw. IEC 62061, Sicherheitskategorie 4 gemäß EN 954-1 oder PL e gemäß ISO 13849-1 eingesetzt werden.

 

PROFIdrive

PROFIdrive, das Geräteprofil für Antriebsgeräte

Beschreibung
PROFIdrive ist das modular aufgebaute Standardprofil für die Antriebstechnik auf PROFIBUS und PROFINET. Es beschreibt obligatorische Eigenschaften für Antriebe und Encoder mit dem Ziel der Interoperabilität und Austauschbarkeit von Geräten innerhalb von PROFIBUS- und PROFINET-Anwendungen.

PROFIdrive definiert sechs Applikationsklassen für Antriebe für nahezu alle Anforderungen in der Antriebsautomatisierung. So stellt es eine einfache und durchgängige Koppelung von Antrieben in allen Automatisierungsapplikationen sicher.

PROFIdrive-Applikationsklassen
Aufgrund seiner breiten Anwendungsmöglichkeiten sind für PROFIdrive sechs nach Funktionsinhalten abgestufte Applikationsklassen festgelegt. Ein Antriebsgerät kann dabei eine oder mehrere Klassen unterstützen.

  • Applikationsklasse 1
    Standardantrieb mit Drehzahlregelung, z. B. Frequenzumrichter
  • Applikationsklasse 2
    Wie Applikationsklasse 1, jedoch mit erweiterter Funktionalität (Technologiefunktionen)
  • Applikationsklasse 3
    Servoantrieb mit Drehzahl, Lageregelung und Profilgenerator, z. B. Einachs-Positionierantrieb
  • Applikationsklasse 4/5
    Servoantriebe für zentrale Bewegungsführung mit mehreren Achsen  (Motion Control, Computerized Numerical Control, Robotik)
  • Applikationsklasse 6
    Servoantriebe für dezentrale Automatisierung (Elektronisches Getriebe, Kurvenscheiben)

Die Applikationsklassen 1 bis 3 können mit PROFINET RT realisiert werden. Ab der Applikationsklasse 4 ist die isochrone Datenübertragung mit PROFINET IRT zwingend erforderlich.

Multi Profile Drive
Moderne Antriebsgeräte müssen aufgrund von erweiterten Applikationsanforderungen ihre klassischen Antriebsfunktionen mit neuen Funktionen wie Sicherheitstechnik und Energiemanagement ergänzen. Sie werden damit zu einer Plattform für antriebsbezogene Automatisierungsfunktionen. Folglich werden die allgemeinen Profile PROFIsafe und PROFIenergy künftig in Antriebsgeräte implementiert, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.

PROFIenergy

PROFIenergy

Beschreibung
PROFIenergy ist ein allgemeines Geräteprofil, das für Anwendungen im Bereich des Energiemanagements in Produktionsanlagen konzipiert ist.

PROFIenergy stellt auf Basis von PROFINET eine Geräteschnittstelle bereit, über die der Energieverbrauch von Maschinen und Anlagen mithilfe von übergeordneten Systemen über PROFINET gesteuert werden kann. Hauptfokus liegt hierbei auf dem Einsparpotenzial von Energie in Pausen und produktionslosen Phasen.

Hintergrund
Die Initiative für PROFIenergy geht von der Automatisierungsinitiative Deutscher Automobilhersteller (AIDA) aus, in der die Firmen Audi, BMW, Mercedes, Porsche und VW organisiert sind. Der hierzu in der PROFINET-Nutzerorganisation (PNO) neu gegründete Arbeitskreis veröffentlichte Ende 2009 die PROFIenergy-Spezifikation. PROFIenergy wird zunehmend in moderne Automatisierungsgeräte einfließen.

Anwendung
PROFIenergy nutzt die azyklischen PROFINET-Dienste für die Übertragung der standardisierten Kommandos, die auf folgende Anwendungsfälle zugeschnitten wurden:

  • Kurze Pausen
  • Längere Pausen
  • Ungeplante Pausen
  • Messen und Visualisieren des Energieverbrauchs

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