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Moderne Prüfverfahren garantieren höchste Qualität

Qualitätsprüfung von Werkzeugen

Leiterauszugsprüfung

Während der Verdrahtung oder im Betrieb wirken Zugkräfte auf die Crimpstellen ein. Deshalb müssen fachgerecht vercrimpte Verbinder und Aderendhülsen ein hohes Maß an mechanischer Sicherheit bieten. Zur Prüfung der Zugbelastbarkeit wird ein gecrimpter Leiter bis zu 60 Sekunden einer vorgegebenen, querschnittsabhängigen Zugkraft ausgesetzt und muss dieser standhalten. Durch die Zugkraft wird der Leiter an der Crimpstelle belastet. Beschädigungen an der Crimpstelle dürfen hierbei nicht entstehen. Üblicherweise wird anschließend noch die maximale Zugkraft bis zur Zerstörung der Verbindung aufgenommen.

Beschreibung Sprache Stand
Tabelle Leiterauszugskräfte pro Querschnitt [PDF, 27 KB] deutsch 25.03.2017

Gasdichtheit von Crimpverbindungen

Ansicht längs durch den Crimp  

Ansicht längs durch den Crimp

Eine gasdichte Crimpverbindung entsteht durch einen definierten Pressvorgang. Die Drahtlitzen eines oder mehrerer Leiter und ein Verbinder werden zu einem weitgehend homogenen Gefüge ohne Zwischenräume verbunden. Daraus entsteht eine dauerhafte, nicht lösbare und zuverlässige Verbindung.

Ansicht quer durch den Crimp  

Ansicht quer durch den Crimp

Neben den zu prüfenden mechanischen und elektrischen Eigenschaften der Verbindung, liefert eine optische Betrachtung des Crimpbereichs wichtige Informationen zur Qualität der Verbindung. Hierzu werden Schliffbilder oder Aufnahmen mit einem Computertomografen erstellt. Die Porosität, Bruchdehnung und die Verformung der einzelnen Drahtlitzen wird so bewertet.

Eine korrekt ausgeführte Verpressung ist weitestgehend von Gasen wie schwefeldioxidhaltiger Industrieatmosphäre, Sauerstoff, Salznebel oder anderen korrosiven Medien abgeschirmt. Dies verhindert, dass in der Lebenszeit der Verbindung Gase zu einer Korrosion der einzelnen Drahtlitzen führen und daraus eine Verschlechterung der elektrischen Eigenschaften entsteht.

Crimpverbindungen von Aderendhülsen sind nicht direkt vergleichbar mit Verbindern oder Kabelschuhen. Sie sind anders zu betrachten. Aderendhülsen werden als Verspleißschutz für Kupferleiter der Klassen 2, 5 und 6 mehrdrähtig. fein- und feinstdrähtig eingesetzt. Die Kupferhülse der Aderendhülse hat lediglich eine Materialstärke von 0,15 mm bis 0,45 mm. Sie ist deutlich dünner als z. B. die von Kabelschuhen. Weist die Kupferhülse einer Aderendhülse mit einem Leiterquerschnitt von 2,5 mm² eine Materialstärke von 0,3 mm auf, so beträgt die Materialstärke bei einem vergleichbaren Kabelschuh 0,8 mm.

Schliffbild  

Schliffbild

Für die Verpressung von Aderendhülsen wird in der DIN 46228 (Teil 1-4) die mechanische Prüfung und die Hüllmaßkontrolle ab 2,5 mm² für Klasse 5 Kupferleiter nach IEC 60228 beschrieben. Die elektrischen Eigenschaften werden in Verbindung mit der späteren Anwendung, z. B. innerhalb einer Reihenklemme, bewertet. Besonders in aggressiver Umgebung sind korrosionsfreie Kontaktbereiche die Voraussetzung für niederohmige und damit leistungsfähige Verbindungen. Hierfür ist auf den sicheren Sitz der Verbindung in der Klemmstelle ist zu achten. Der Einfluss von aggressiven Medien in der Klemmstelle wird in der Reihenklemmennorm für Kupferleiter bewertet. Der Spannungsfall nach DIN EN 60947-7-1 darf vor und nach der Prüfung einen Wert von 3,2 mV oder das 1,5-fache des zum Prüfbeginn gemessenen Werts nicht überschreiten. Wenn der Prüfling die Anforderungen einer Prüfung im Kondenswasser-Wechselklima mit schwefeldioxidhaltiger Atmosphäre nach DIN 50018 (AHT 2,0 S) erfüllt, wird von einer gasdichten Verbindung ausgegangen. Diese Prüfung umfasst eine Lagerung in Kondenswasser-Wechselklima mit Veränderung von Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Im ersten Prüfabschnitt wird der Prüfling 8 Stunden einer SO2 Volumenkonzentration von 0,67 % bei einer Temperatur von 40 °C und einer Luftfeuchtigkeit von etwa 100 % ausgesetzt. Nach dieser Prüfung erfolgt das Trocknen der Prüflinge für 16 Stunden bei geöffneter Tür. Dieser Zyklus wird zweimal durchgeführt, bevor die Prüflinge bewertet werden.

Crimpwerkzeuge, Aderendhülsen und Verbinder von Phoenix Contact erzeugen bei korrekter Anwendung an den Kontaktpunkten eine dauerhafte, gasdichte Verbindung. Auch aggressive Medien beeinträchtigen sie nicht.

1000 V Prüfungen nach EN 60900

Vorrichtung zur Spannungsprüfung isolierter Handwerkzeuge nach DIN EN 60900  

Vorrichtung zur Spannungsprüfung isolierter Handwerkzeuge nach DIN EN 60900

In den strikten Sicherheitsbestimmungen für die Arbeit an spannungsführenden Teilen bis 1000 V AC und 1500 V DC nimmt das VDE-isolierte Werkzeug, neben generellen Sicherheitsmaßnahmen, die Schlüsselposition ein.

Die internationale Norm IEC 60900 stellt höchste Anforderungen an die isolierten Werkzeuge. Neben den geometrischen und maßlichen  Vorgaben sind dort vor allem die Eigenschaften der Isolierstoffe definiert. Umfangreiche Prüfvorgaben komplettieren die Norm.  So wird z. B. die Beschaffenheit der Isolierung und der Aufschriften mit einer Sichtprüfung bewertet. Eine Schlagprüfung testet die Beständigkeit der Isolierschicht gegen Stöße. Brüche, Abplatzungen oder Risse dürfen auch bei niedriger Temperatur (je nach Kategorie -25 °C oder -40 °C) nicht auftreten. Nach einer Eindruckprüfung (Halbkugel mit Durchmesser 5 mm) wird die Isolierung für 2 h bei 70 °C mit 20 N belastet. Nach dem Abkühlen darf an der Prüfstelle kein elektrischer Durchschlag, Funkenüberschlag oder Überschlag durch eine über einen Zeitraum von 3 Minuten angelegte Spannung von 5 kV (Effektivwert) auftreten.

In Isolationsprüfungen werden zuvor konditionierte Werkzeuge (Wasserbad / Feuchtraumlagerung) einer Spannungsprüfung unterzogen. Für 3 Minuten wird eine Spannung von 10 kV angelegt. Der Ableitstrom muss weniger als 1 mA je 200 mm Beschichtungslänge des Handwerkzeugs betragen.

Beschriftung eines VDE-Werkzeuges  

Beschriftung eines VDE-Werkzeuges. Der Buchstabe "C" weist auf die Einsatzmöglichkeit bei niedrigen Temperaturen hin.

Weitere Prüfungen beziehen sich auf die Haftfestigkeit des Isolierstoffüberzugs, die Chemikalienbeständigkeit der Aufschriften und das Brennverhalten. Der positive Ausgang der Typprüfung eines Werkzeugs bildet die Basis für die Nutzung des VDE-Logos in Verbindung mit der IEC 60900. Durch die jeweils zuständige VDE-Zulassungsstelle werden außerdem regelmäßige Kontrollen der Fertigungsstätten und der Prüfstellen durchgeführt. In deren Verlauf werden u. a. Produktstichproben aus der laufenden Produktion entnommen und bewertet. Der Hersteller führt schon während der Produktion umfangreiche Tests durch, die sicherstellen, dass die Anforderungen der IEC 60900 ganzheitlich eingehalten werden. Die letzte Hürde stellt die Prüfung auf Durchschlagfestigkeit dar. Jedes Werkzeug wird dabei auf 10000 V AC getestet. Erst nach bestandener Prüfung darf es sich VDE-Werkzeug nennen und wird für den Verkauf freigegeben. Die VDE-isolierten und entsprechend markierten Werkzeuge von Phoenix Contact bieten dem Anwender hohe Qualität und größtmögliche Sicherheit im Einsatz an spannungsführenden Teilen bis 1000 V AC und 1500 V DC.


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Allgemeine Informationen
Schneiden, Abisolieren, Crimpen
Materialeigenschaften und Verwendung

PHOENIX CONTACT
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Flachsmarktstraße 8
D-32825 Blomberg
+49 52 35/3-1 20 00
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