Wirtschaftliche Fernwirklösung zur Ansteuerung der Uferbeleuchtung

Übersicht

Kanalbeleuchtung bei Nacht  

Die Kanalbeleuchtung sorgt auch bei Nacht für eine sichere Durchfahrt

  • Istimewa Elektro B.V. konzentriert sich auf die Bereiche Offshore, Infrastruktur, Wasser und Umwelt.
  • Die Uferbeleuchtung des niederländischen Abschnitts des Kanals Gent-Terneuzen soll sich sowohl zentral als auch dezentral schalten lassen.
  • Das Radioline-System leitet nicht nur Befehle zur Beleuchtungssteuerung weiter, sondern es dient ebenfalls der Übertragung unterschiedlicher Statussignale der Brücken und Schleusen an die Leitzentrale.
  • Im Vergleich zu einer Kabelverlegung spart das Funksystem erhebliche Kosten ein. Zudem werden die Daten stets zuverlässig kommuniziert.

Kundenprofil

Funkstation am Kanal Gent-Terneuzen  

Die Funkstation ist mit einer Rundstrahlantenne ausgerüstet

Aufgrund seiner Expertise erhielt die Istimewa Elektro B.V. im Jahr 2016 den Auftrag zur Erneuerung der Beleuchtung des niederländischen Abschnitts des Kanals Gent-Terneuzen, dessen Länge durch die Seitenhäfen 26 Kilometer beträgt. Diese Strecke verdoppelt sich, da an beiden Seiten des Kanals Lampen montiert sind.

Anwendung

Kanalverlauf mit Funkstationen im Überblick  

Entlang des Kanals befinden sich insgesamt 17 Steuerkästen zur Schaltung der Beleuchtung

Die Streckenbefeuerung, also die Uferbeleuchtung des Kanals, erweist sich als wesentlicher Bestandteil der technischen Infrastruktur einer Wasserstraße. Am Kanal Gent-Terneuzen stellen 300 beleuchtete Masten, die sich an beiden Uferseiten befinden, eine sichere Durchfahrt der Schiffe auch bei Nacht sicher.

Damit die neuen LED-Leuchten besser gruppiert werden können, installierte Istimewa Elektro zusätzliche Schaltkästen, die lokal an das Stromnetz angeschlossen sind. Allerdings gab es seinerzeit keine Steuerleitungen, um die Beleuchtung sowohl zentral ebenso wie dezentral zu schalten.

„Wegen der erheblichen Kosten, die die Verlegung solcher Leitungen nach sich zieht, standen wir vor der Herausforderung, eine kostengünstigere Alternativlösung zu finden“, erläutert Wilco van Genderen, als Projektmanager bei Istimewa Elektro tätig. „Wir haben uns letztendlich für das Radioline-Funksystem entschieden“, führt Max Verveer, technischer Ingenieur bei Istimewa Elektro, weiter aus. „So konnten wir deutlich preiswerter als unsere Mitbewerber anbieten.“

Lösung

Radioline-Funkmodul mit I/O-Erweiterungsmodul  

Zur Übermittlung der Steuerbefehle umfasst jeder Steuerkasten ein Radioline-Funkmodul sowie ein I/O-Erweiterungsmodul

Nach der ersten Streckenplanung durch die Mitarbeiter des technischen Supports von Phoenix Contact wurde vor Ort die optimale Position der Funkmodule und Antennen ermittelt. Dabei zeigte sich, dass die Steuerkästen für die Beleuchtung teilweise weit voneinander entfernt aufgestellt sind und durch Hindernisse – wie Bäume oder Gebäude – verschattet werden. In diesem Fall ermöglicht das modulare Radioline-System den Einsatz verschiedener Funkfrequenzen. Die Wireless-Spezialisten schlugen den Verantwortlichen von Istimewa Elektro einen Test mit 868-MHz-Geräten vor. Im Vergleich zum in der Regel verwendeten 2,4-GHz-Frequenzband zeichnet sich das 868-MHz-Band durch eine bessere Durchdringung von Hindernissen aus. Dies resultiert aus dem niedrigeren Frequenzbereich und der dort erlaubten höheren Sendeleistung.

Entlang des Kanals sind insgesamt 17 Steuerkästen zur Schaltung der Beleuchtung verbaut. Der größte Abstand zwischen zwei Kästen beläuft sich auf mehr als zwei Kilometer. Zur Übermittlung der Steuerbefehle ist pro Steuerkasten ein Radioline-Funkmodul in Kombination mit einem I/O-Erweiterungsmodul installiert. Über jeden Kasten werden zwei Beleuchtungsstränge (Nord/Süd) aktiviert. Das geschieht einerseits automatisch, wenn es dunkel wird, kann aber auch manuell durch einen Brückenwärter oder aus der zentralen Leitwarte in Terneuzen erfolgen. „Das Funknetzwerk nutzen wir nicht nur zur Steuerung der Beleuchtung. Darüber hinaus dient es der Übertragung unterschiedlicher Statussignale der Brücken und Schleusen an die Leitzentrale“, erklärt Herman de Grave, der als Planer bei Istimewa Elektro beschäftigt ist. Durch die redundanten Kommunikationswege erweist sich die Verfügbarkeit als sehr hoch, sodass selbst große Schiffe, die die Sichtverbindung zwischen den Stationen blockieren können, nicht zu einem Funkausfall führen. „Wegen der in das Funkmodul integrierten Bargraf-Anzeige und des RSSI-Signalausgangs hat sich die Ausrichtung der Antennen einfach gestaltet“, berichtet Max Verveer.

Fazit

Aufgrund der erheblichen Kosteneinsparung durch den Einsatz des Radioline-Systems hat Istimewa Elektro den Auftrag zur Erneuerung der Beleuchtung entlang des Kanals Gent-Terneuzen erhalten. „Das Funknetzwerk ist seit April 2017 in Betrieb und hat unsere Erwartungen bislang vollkommen erfüllt. Innerhalb des ersten Jahres hat es keinen Ausfall gegeben – weder bei Nebel oder Schnee, noch bei großen vorbeifahrenden Schiffen“, stellt Wilco van Genderen abschließend fest.

Da Radioline auf der proprietären Funktechnologie Trusted Wireless 2.0 basiert, ist das Protokoll nicht öffentlich zugänglich, weshalb ein besserer Schutz vor unbefugten Zugriffen besteht. Zusätzlich sind Sicherheitsmechanismen wie eine 128-Bit-AES-Verschlüsselung oder die Integritätsprüfung implementiert.

PHOENIX CONTACT AG

Zürcherstrasse 22
CH-8317 Tagelswangen
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