Unsere Geschichte

Seit unserer Gründung im Jahr 1923 in Essen haben wir viel erlebt und bewegt. Wir geben Ihnen einen Überblick über fast 100 Jahre Phoenix Contact – geprägt durch innovative Technik, geführt von verantwortungsbewussten Menschen.

Erster Firmensitz von Phoenix Contact am Essener Hauptbahnhof

Die Gründung in Essen

Am 5. Mai 1923 gründet der Kaufmann Hugo Knümann in Essen eine Handelsvertretung für Industrieprodukte: die Phönix Elektrizitätsgesellschaft Hugo Knümann GmbH & Co. KG. Der Firmensitz befindet sich in der Hollestraße 36 direkt am Essener Hauptbahnhof. In zwei gemieteten Etagen sind Lager, Versand und Montage untergebracht. Aber womit handelt der gelernte Einzelhandelskaufmann und Juwelier? Knümann hat den richtigen Riecher: Stark genutzt werden die öffentlichen Verkehrsmittel. Dementsprechend ausgelastet sind die Straßenbahnen, und die benötigen Fahrleitungsarmaturen. Diese sind das erste Handelsprodukt der Phönix Elektrizitätsgesellschaft.

Foto der ersten Reihenklemme

Die Erfindung der Reihenklemme

Wenige Jahre nach der Gründung begegnet Hugo Knümann einem leitenden Ingenieur des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks, kurz RWE. Das Unternehmen muss den großen Bedarf an Strom im boomenden Ruhrgebiet decken.
Aus dem Treffen entsteht die Idee von anreihbaren Stromklemmen auf einer Hutschiene. Die Erfindung dieser sogenannten Reihenklemme ist für die Branche elementar. Sie ermöglicht es, bei kleinen Defekten nicht den gesamten Anschlussblock, sondern nur das defekte Teil auszutauschen. Das spart Material und Zeit.
Der Produktrenner wird in den Essener Räumen montiert und vertrieben. Der Klemmkörper ist aus Metall, das Gehäuse aus Keramik. Die Teile dafür lässt Knümann zuliefern. 1928 erhält Hugo Knümann das Patent für die Reihenklemme.

Arkaden im Essener Hauptbahnhof

Der Umzug nach Blomberg

1939 bricht der Zweite Weltkrieg aus. Das Ruhrgebiet ist aufgrund der Rüstungsindustrie Ziel vieler Bombenangriffe. Auch der Firmensitz am Essener Hauptbahnhof wird am 13. März 1943 bombardiert, sodass sich Hugo Knümann entschließt, das Unternehmen zu evakuieren. Über Verwandtschaft stößt Knümann auf die 200 km entfernte Kleinstadt Blomberg in Ostwestfalen-Lippe. In der leerstehenden Gaststätte "Bürgerheim" wird der Geschäftsbetrieb fortgeführt. Unten befindet sich das Büro, oben die Montage und das Lager.
Nach Kriegsende kehren die kaufmännischen Mitarbeitenden wieder nach Essen zurück, Montage und Lager bleiben in Blomberg.

Hugo Knümann und Josef Eisert

Der erste Kontakt zu Familie Eisert

Während sich das Unternehmen gut entwickelt, hält die Zukunft eine schicksalhafte Begegnung für Hugo Knümann bereit. Über einen gemeinsamen Patentanwalt lernt er den gelernten Starkstromingenieur Josef Eisert kennen. Knümann kann Eisert, Inhaber vieler Klemmenpatente, als technischen Leiter für seine Firma gewinnen. 1949 tritt Josef Eisert in das Unternehmen ein und überarbeitet das gesamte Produktprogramm. Dieses Kennenlernen legt den Grundstein für den kontinuierlichen Erfolg des Unternehmens.
1937 stellt Knümann außerdem Ursula Lampmann für Büroarbeiten ein. Sie macht ihren Job so gut, dass sie bereits mit 23 Jahren, im Jahr 1943, Prokuristin wird.
Als Hugo Knümann 1953 stirbt, übernehmen Josef Eisert und Ursula Lampmann die Leitung des Unternehmens. Zwei Jahre später firmiert das Unternehmen unter dem neuen Namen Phönix Klemmen.

Historische Luftaufnahme Flachsmarkt Blomberg (Phoenix Contact)

Die erste Produktionshalle

Josef Eisert sieht großes Potenzial in einer eigenen Produktion. Die erste Werkshalle entsteht 1957 am Flachsmarkt in Blomberg. In der Halle 1 sind Werkzeugbau, Kunststofffertigung, Schraubendreherei, Montage, Betriebstechnik, Lager und Versand untergebracht.
1966 zieht auch die Verwaltung des Unternehmens von Essen nach Blomberg zurück. Das neu errichtete vierstöckige Verwaltungsgebäude macht den Firmensitz komplett.

Foto von Haus Noelle & Berg, heute Phoenix Feinbau

Die Geburtsstunde der Phoenix Contact-Gruppe

Die Stanz- und Biegeteile für die Fertigung kommen aus dem nahen Sauerland von Noelle & Berg. Das Lüdenscheider Unternehmen, heute Phoenix Feinbau, wird als Schwestergesellschaft ausschließlicher Zulieferant für die Phönix Elektrizitätsgesellschaft. Viele weitere Kooperationen folgen – die Anfänge der Phoenix Contact-Gruppe.
In den 60er-Jahren steigen die drei Söhne Klaus, Jörg und Gerd Eisert in das Unternehmen ein. Als Josef Eisert 1975 stirbt, übernehmen die drei Brüder zusammen mit Ursula Lampmann die Leitung des Unternehmens. Ingenieur Klaus kümmert sich um den Vertrieb und die Produktentwicklung, Ingenieur Jörg um die Produktion und Kaufmann Gerd um das Exportgeschäft. Als Jörg Eisert 1979 auf der Fahrt nach Lüdenscheid bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, übernimmt Klaus Eisert auch die Leitung der Produktion.

Produkte von Phoenix Contact

Die Elektronik hält Einzug

In den 1970er- und 1980er-Jahren wird der Schaltschrank zunehmend elektronischer und daher auch das Produktportfolio in Richtung Elektronik ausgebaut. Zunächst findet die Leiterplattenklemme ihren Weg in den Schaltschrank, um die dortige Elektronik mit einem adäquaten Anschlusselement zu versehen. Es folgen Leiterplatten-Steckverbinder, Relais, Wandler, Stromversorgungen und viele andere elektronische Produkte. Diese Elektronik wird jedoch auch immer empfindlicher gegenüber elektromagnetischen Störungen. Blitze, aber auch Schalthandlungen oder elektrostatische Entladungen, können ganze elektronische Anlagen zerstören. So kommen 1983 auch Überspannungsschutzprodukte zu unserem Produktportfolio hinzu.

Männer Wechseln Schild: aus Phönix Klemmen wird Phoenix Contact

Die ersten Auslandsniederlassungen

1981 beginnt Gerd Eisert durch die Gründung von drei Tochtergesellschaften in Schweden, der Schweiz und den USA den Aufbau eines internationalen Vertriebsnetzwerks. Diese Internationalisierung macht sich auch im Unternehmensnamen bemerkbar. Aus Phönix Klemmen wird Phoenix Contact. Der internationale Name macht die Marke und das Leistungsversprechen einheitlich nutzbar.
Ab jetzt folgt jedes Jahr eine weitere neue Tochtergesellschaft im Ausland. Heute ist Phoenix Contact in mehr als 50 Ländern mit einer eigenen Vertriebsgesellschaft vertreten. In elf Ländern wird außerdem mit einer hohen Fertigungstiefe produziert.

Feldbussystem Interbus

Der Einstieg in die Automatisierungstechnik

Mit der Vorstellung des Feldbussystems Interbus auf der Hannover Messe 1987 fasst Phoenix Contact Fuß in der Automatisierungstechnik. Das Netzwerk zur seriellen Datenübertragung bietet systemübergreifende Offenheit vom Sensor bis zur Steuerung und dient der Automatisierung von Produktionsanlagen.
1994 wird in Bad Pyrmont mit Phoenix Contact Electronics ein wichtiger Standort gegründet. Die neue Tochtergesellschaft spezialisiert sich auf die Entwicklung und Produktion von elektronischen Baugruppen und Automatisierungstechnik.

Phoenix Contact Geschäftsführung 2005

Die neue Geschäftsführung

2001 ernennen die Gesellschafter vier neue Mitglieder der Geschäftsleitung, die 2005 zu Geschäftsführern werden: Roland Bent für Marketing und Entwicklung, Prof. Dr. Gunther Olesch für Personal, Informatik und Recht, Frank Stührenberg für Vertrieb und Dr. Heinz Wesch für Technik. Fünfter Geschäftsführer ist Dr. Martin Heubeck, der seit 2003 die Finanzen verantwortet.
Gerd Eisert verstirbt 2001, sein Bruder Klaus bleibt zunächst als einziger geschäftsführender Gesellschafter an der Spitze des Unternehmens. 2015 gibt er diese Funktion auf und widmet sich der Gründung eines Beirats. Frank Stührenberg übernimmt als Vorsitzender der Geschäftsführung die Leitung der Unternehmensgruppe. Der neugegründete Beirat nimmt 2016 seine Arbeit auf. Er steht der Geschäftsführung beratend zur Seite.

Foto zur Feier "eine Milliarde Euro Umsatz" bei Phoenix Contact

Die ersten Milliarden

Zu Beginn des neuen Jahrtausends überschreitet der Umsatz die Milliardengrenze in D-Mark. 2007 geschieht dasselbe noch einmal in Euro. Die internationalen Märkte bestimmen jetzt erstmals mehr als die Hälfte des Umsatzes. Phoenix Contact hat sich weltweit als Marktführer in der Elektrotechnik und Automation etabliert. Auch die Mitarbeiterzahl nähert sich der Marke von 10.000 an.
Die zweite Milliarde lässt nicht lange auf sich warten. Nur zehn Jahre später, im November 2017, verkünden Roland Bent und Frank Stührenberg die Übersteigung des Zwei-Milliarden-Umsatzes – ein weiterer großer Meilenstein für Phoenix Contact.

Luftbild Phoenix Contact in Nanjing, China

Die Unternehmensgruppe wächst

In den 1990er-Jahren wächst das Unternehmen stetig. Nach der Wiedervereinigung wird das deutsche Vertriebsnetz auf die neuen Bundesländer ausgedehnt. Das unabhängige Prüfinstitut Phoenix Testlab nimmt 1994 seinen Betrieb in Blomberg auf.
Auf allen Kontinenten werden weitere Vertriebsgesellschaften gegründet. Auch in China entsteht eine Niederlassung in Nanjing, heute die zweitgrößte Tochtergesellschaft nach den USA.
Bis heute werden in Deutschland wie auch international immer wieder neue Tochtergesellschaften in die Unternehmensgruppe aufgenommen. Aktuell gehören zur Phoenix Contact-Gruppe fünfzehn deutsche Unternehmen sowie vier Unternehmen im internationalen Umfeld.
Auch das Feld der sogenannten New Businesses entwickelt sich seit 2013 dynamisch. Begonnen mit der Gründung einer Tochtergesellschaft für Elektromobilität, umfassen die New Businesses heute auch Unternehmen für 3D-Druck, Cloud-Lösungen und vieles mehr.

Fertigungsstraße in einer Industrie 4.0

Das Zeitalter von Industrie 4.0

Seit den 2010er-Jahren beschäftigt sich Phoenix Contact mit Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT). Um komplexe Fertigungsprozesse mit neuen Technologien zu optimieren, ist die Digitalisierung von Produkten, Produktionstechnik und -prozessen wichtig. Zusammen mit Kunden und Partnern gestalten wir Lösungen für die Zukunft und ermöglichen die digitale Transformation unserer Welt in die intelligente Produktion von morgen.

Vernetzte Weltkarte zur Visualisierung der All Electric Society

Der Start ins neue Jahrzehnt

Seit 2020 setzen wir uns intensiv mit dem Konzept der All Electric Society auseinander. Die All Electric Society ist eine Vision, die Antworten auf die großen Herausforderungen der Menschheit gibt: der Kampf gegen den Klimawandel und die Sicherung nachhaltiger Entwicklung. Der Schlüssel zur Umsetzung dieser Vision ist die umfassende Elektrifizierung, Vernetzung und Automatisierung aller Sektoren von Wirtschaft und Infrastruktur. Schon heute bietet Phoenix Contact Produkte und Lösungen, die für Entwicklungsschritte hin zur All Electric Society einsetzbar sind und befähigt damit Industrie und Gesellschaft, dieser Vision näher zu kommen.